Meine Tipps zur Zwerggarnelen Haltung:

Es ist gerade in „Mode“ Zwerggarnelen zu halten und an allen Ecken und Enden gibt es sogenannte Komplettsets, die meiner Meinung nach nicht alle die Erwartungen erfüllen.

Hier werden schon die ersten Fehler gemacht!

Gerade im Bezug auf die Filtertechnik gibt es Defizite.

Mit dabei sind sehr oft nicht sicher abdichtende Motorinnenfilter die dann z.B. den bestimmt kommenden Nachwuchs an- und einsaugen und somit töten.

Bedenkt man das Zwerggarnelennachwuchs höchstens ein bis zwei Millimeter groß ist und dünn wie ein Haar.

Auch bei der Literzahl geht es immer weiter runter

und 10 Liter Becken sind verlockend klein.

Dazu aber beim Punkt „Beckengröße“ mehr.

Es gibt mittlerweile sehr viele Garnelensorten, die leider nicht alle gleich leicht / schwer zu halten sind. Z.B. Redfire oder Yellowfire verzeihen schon eher kleine Fehler oder Wasserveränderungen als Crystalred, Red Bee, schwarze Tiger oder noch höher gezüchtete Garnelen (die relativ empfindlich sind und bei kleinsten Wasserveränderungen sofort sterben).

Bei Anfängern wirkt sich das dann sehr oft mit toten Tieren aus und mit Frust oder gar Aufgabe der Garnelenhaltung.

Dabei kann es doch so schön sein die kleinen und wunderschönen Krabbler zu beobachten.

Lebensraum im Aquarium:

Das Aquarium sollte so gestaltet werden, dass die Garnelen Rückzugsmöglichkeiten haben, das Becken aber ohne Probleme „bearbeitet“ werden kann.

Dazu sollte eine entsprechend lange Pinzette oder Zange benutzt werden „und nicht die Hand“.

Diese Utensilien gibt es in jedem Aquaristik Fachgeschäft zu kaufen.

Mögliche Einrichtungsgegenstände:

- Verschiedene Pflanzen und Moose (sollten vorher gut unter fließendem Wasser gespült werden)

- Wurzeln (gut abspülen und vorwässern eventuell abbürsten oder auskochen)

- Steine (auskochen um eventuelle Überträger abzutöten) - nicht zu grober Kies Ihr könnt eurer Fantasie freien Lauf lassen.

Besonderheiten:

“Eigentlich sind Zwerggarnelen gut zu halten wenn man sich an gewisse Richtlinien hält:”

Regelmäßige Wasserwechsel, die nicht zu hoch von der Literzahl ausfallen dürfen, da sich die Wasserwerte sonst zu stark und zu schnell verändern und die Tiere sehr empfindlich darauf reagieren.

Dies ist meiner Ansicht nach der Hauptgrund toter Garnelen im Becken.

30% Wasserwechsel pro Woche halte ich schon für zuviel. Nicht zuviel düngen, da in allen Düngern Kupfer und Schwermetalle enthalten sind.

Diese können in gewisser Dosis tödlich wirken.

Maximal 2 - 3X mal die Woche füttern, hauptsächlich proteinarmes, pflanzliches Futter verwenden.

Wasserwerte:

Die Wasserwerte sollten ungefähr so aussehen:

- Temp. - 15 bis 28 Grad - max. 30 Grad auf kurze Zeit

- PH - 6 bis 7,2 - (max. 8 je nach Art)

- GH - bis 16

- KH - bis 12

- NO2 (Nitrit) - 0,0 mg/L

- NO3 (Nitrat) - bis max. 20 mg/L

- Kupfer – 0,0

Ihr seht, Garnelen sind sehr flexibel, doch sollten die Werte stehts „stabil“ bleiben denn… ... nichts tötet Garnelen sicherer als sich zu schnell verändernde Wasserwerte !

Dies gilt auch für die Temperatur im Becken, damit meine ich z.B. einen überhöhten Wasserwechsel oder die Angleichung eines Wertes mit chemischen Mitteln usw.

Beckengröße:

Beobachten lassen sich Zwerggarnelen auch in einem Marmeladenglas, aber darin die Wasserwerte stabil zu halten ist meiner Meinung nach unmöglich.

Die im Handel angebotenen 10 Liter Nano Becken halte ich schlichtweg für zu klein.

Es sollten schon minimum 30 Liter sein um einigermaßen gleichmäßige Wasserwerte auf Dauer zu gewährleisten. Die entsprechenden kontrollierten Wasserwechsel vorausgesetzt.

Als Grundregel gilt ... - je kleiner ein Becken, desto pflegeintensiver / instabiler ist es.

Bodengrund:

Es sollte nicht zu grober Kies oder Sand verwendet werden, der natürlich frei von Schadstoffen ist.

Das heißt keinen Sand, Kies oder Steine verwenden die von Orten stammen an denen Gifte gespritzt werden. z.B. Acker, Weinanbaugebiete.

Pflanzen:

Es können eigentlich alle Pflanzen verwendet werden, die keine Giftstoffe ans Wasser abgeben.

Pflanzen sind aber kein muß, denn in ihrem natürlichen Lebensraum gibt es keine oder kaum Pflanzen.

Weitere Einrichtung:

Hier sollten Wurzeln und Holz auf keinen Fall fehlen, da die Garnelen diese gerne abweiden und sie zusätzlich noch nützliche Stoffe wie z.B. Gerbsäure ans Wasser abgeben.

Dies senkt zusätzlich ein wenig den Ph Wert, der ohnehin meistens zu hoch ist.

Auch eine Handvoll Walnussblätter, Eichenlaub, Buchenlaub und / oder Erlenzapfen sollte eingebracht werden, da es langsam zerfällt und von Garnelen liebend gern gefressen wird.

Zusätzlich bildet es eine Mulmschicht, in der die Tiere nach fressbarem suchen.

Es sollte aber alles kurz abgekocht werden oder 3 Minuten in den Backofen, da es sonst passieren kann das ihr euch irgendwelches Kleingetier ins Becken schleppt. Ich hatte z.B. schon Libellenlarven im Becken die mit vorliebe Garnelen fressen.

Es kann natürlich auch mit gut gereinigten Steinen gebaut werden, doch sollte es stabil sein.

Beleuchtung:

Garnelen selbst brauchen normalerweise kein Licht ! Nur die Pflanzen, die ihr pflegen wollt, sollten dementsprechend mit Licht versorgt werden, hier reicht aber meistens schon (je nach Beckengröße) ein kleiner 9 - 12 Watt Strahler aus.

Diese werden in den meisten Zoogeschäften in großer Auswahl und meist auch zu vernünftigen Preisen angeboten.

Filterung:

Nun können sowohl Innen- als auch Außenfilter verwendet werden, wenn sie die nötige Kapazität haben und sie sollten ... dementsprechend Garnelensicher oder gesichert sein.

Dies kann z.B. geschehen, in dem man einen feinen Schwamm über das Ansaugrohr eines Außen- oder Hängefilters schiebt.

Die meiner Meinung nach beste, sicherste und günstigste Methode ein Nanobecken zu filtern, ist ein Lufthebesystem angetrieben mit einer Membranpumpe (Luftpumpe).

Dies hat zusätzlich den Vorteil, dass immer genug Sauerstoff im Becken ist.

Besatz:

Kurz gesagt: “ Zwerggarnelen sind am liebsten unter sich“. Zwar können auch bestimmte Arten von Fischen eingesetzt werden, doch selbst diese sogenannten „sicheren“ Fische fressen den Garnelennachwuchs (eigene Beobachtung).

Zudem belasten Fische das eh schon von der Literzahl begrenzte Wasser in einem Nanobecken erheblich mehr als die kleinen Krabbler.

Zur Anzahl der Garnelen kann ich sagen, das in einem 20 Liter Nano bestimmt 50 - 100 Stück Zwerggarnelen gehalten werden können, da es Gruppentiere sind, jedoch nicht weniger als ca. 10 Stück.

Futter:

verschiedene Trockenfutter namhafter Hersteller, die nicht zu proteinhaltig sein sollten... - kurz angekochte Brennesseln - verschiedenes rohes oder gekochtes Gemüse - Eichenlaub - Algenplatten - abgespülter Dosenmais.

Generell fressen Zwerggarnelen fast alles, aber immer wichtig ist ... Vorsicht mit dem Futter, denn zuviel des Guten (vor allem zuviel fleischliches und proteinhaltiges Futter) läßt die kleinen zu schnell wachsen und sie häuten sich dann sprichwörtlich zu Tode. (ist meine persönliche Erfahrung, wurde mir aber von Züchtern bestätigt) Seit ich nur noch 2 mal die Woche füttere und von der Literzahl weniger Wasserwechsel mache, sterben mir „fast“ keine Garnelen mehr.

Viel Spaß...

Bei Fragen, schreibt mich einfach an!