Tipps zur Haltung von Aufwuchsfressern, Tropheus, Petrochromis und Simochromis!

 

Ich habe nach meinen Erfahrungen die ich im laufe der Zeit gesammelt habe einen Erfahrungsbericht geschrieben, evtl. interessiert sich der ein oder andere dafür!

Diese Arten sind Cichliden, die im Tanganjikasee endemisch leben, das heißt, sie kommen nur dort vor und sonst nirgendwo auf unserer Erde.

Alle diese sogenannten Aufwuchsfresser (dies gilt auch für Aufwuchsfresser aus dem Malawisee, die sogenannten "Mbuna") bewohnen die Ufernahen, dadurch recht flachen und lichtdurchfluteten Fels und Geröllzonen.

Durch diese geringe Wassertiefe und die dadurch hohe Sonneneinstrahlung kommt es zu verstärktem Algenwuchs, den die Tiere hauptsächlich fressen.

 

Hier sind wir auch gleich beim größten Fehler, der bei der Haltung dieser Tiere sehr oft gemacht wird ...

 

Die Fütterung:

 

Als reine Aufwuchsfresser (Algenfresser) mit einem im Vergleich zu anderen Fischen sehr langen Darm, können diese Tiere nährstoffreiche Nahrung wie z.B. Frostfutter aller Art, Mückenlarven und verschiedene Granulatfutter mit hohem Proteinanteil auf Dauer nicht verarbeiten.

Bei einer solchen Fütterung auf längere Zeit, würden die Fische krank werden und könnten sogar daran sterben. Ich selbst füttere meine derartigen Cichliden zu 99 % mit Flocken oder Granulatfutter auf Pflanzlicher Basis, mit einem möglichst hohen Spirulina Anteil.

Man kann auch etwas proteinhaltigere Flocken beimischen, doch sollte man es nie alleine füttern.

Eine Futterumstellung auf eine andere Futtermarke oder Futterart sollte bei Aufwuchsfressern immer sehr langsam erfolgen, da es sonst zu Fressverweigerung oder Darmproblemen kommen kann und die Tiere dann sterben.

Wie ihr seht, ist die Fütterung etwas heikel, aber wer diesen Punkt beachtet, wird seine Freude an den sehr lebhaften und farbenfrohen Tieren haben.

 

Was noch zu beachten wäre, ist natürlich die ...

 

Beckengröße und Einrichtung:

Da diese Tiere eine sehr hohe innerartliche Aggressivität besitzen, eine beachtliche Größe erreichen können (Tropheus ca. 13cm, Petrochromis ca. 25cm - 35cm, Simochromis ca.20cm) und immer mindestens in 15 - 20er Gruppen gehalten werden sollten, sind bei Tropheus ca. 400 Liter, bei Petrochromis und Simochromis ca. 1000 Liter nicht zu unterschreiten und als “absolutes Minimum” anzusehen!

Dabei ist es egal ob es eine Gruppe einer Art oder Einzeltiere mehrerer Arten sind.

Bei der Aquarieneinrichtung ist meiner Erfahrung nach darauf zu achten, dass einige Versteckmöglichkeiten vorhanden sind, da die Tiere "wie schon angesprochen" untereinander relativ aggressiv werden können.

Die unterlegenen Tiere müssen sich dann zurückziehen können, was sie bei mir auch tun.

Pflanzen können, müssen aber nicht ins Becken.

Als wichtig empfinde ich auch, daß die Einrichtungsgegenstände keine Schad- oder nicht erwünschte Stoffe wie z.B. Gerbsäuren ans Wasser abgeben, z.B. größere Wurzeln jeder Art gehören nicht in ein Tanganjika oder Malawi Becken.

 

Fehler, die bei der Haltung gemacht werden können:

Beim Einsetzen der Fische sollte man sich im Vorfeld Gedanken machen, welche und wieviele Fische ins Becken sollen. “Wenn möglich” alle Tiere gleichzeitig in das fertig eingerichtete und eingefahrene Aquarium setzen.

Bei einem Nachsetzen nach einiger Zeit kann es passieren, daß die Tiere auf die unterschiedlichen Bakterienstämme, die sie an sich haben empfindlich reagieren und sogar daran sterben.

Selbst eine Behandlung mit Antibiotika hilft dann nicht mehr.

Genauso empfindlich reagieren diese Arten auf “Stress”, also wenn möglich häufige Umsetzaktionen unterlassen und auch nicht so häufig mit den Händen im Becken hantieren oder das Aquarium umbauen.

Deshalb,... bitte immer “vorher” Gedanken machen!!!

 

Das Wasser:

Generell gilt natürlich das Wasser im Becken so nahe wie möglich an die Originalwerte heranzubringen, besonders wenn man Wildfänge pflegen will.

Ein regelmäßiger Wasserwechsel von mindestens 30-40 % ist anzustreben.

 

Die Werte im Tanganjikasee sind ungefähr:

- Gesamthärte 7 - 12° dH,

- Karbonathärte 15 - 18° dH,

- pH-Wert 7,5 - 9,2,

- Wassertemperatur 23 - 29° C,

- Sichtweite bis zu 22 m

Ich dagegen habe meine Wasserwerte seit einigen Jahren stabil, aber nicht ganz dem Original entsprechend.

Ich pflege aber auch keine Wildfänge sondern Nachzuchten, die

erfahrungsgemäß nicht so empfindlich sind.

Wichtig ist auch, dass die Wasserwerte keinen großen Schwankungen unterliegen, sprich: ein nachträgliches Anpassen der Wasserwerte im Becken ist nicht vorteilhaft.

Bei Fragen, schreibt mich einfach an!